Der etwas holprige Weg zum Bildungskarenz für Berufsschullehrer

Im Nachhinein denke ich mir: Das war doch überhaupt nicht kompliziert. Wenn ich aber meine Evernote-Tagebuchdatei aufrufe, dann war der Weg zur Bildungskarenz für meine Masterarbeit an der FernUniversität in Hagen im Studiengang „Bildung und Medien – eEducation“ im Rückblick doch, nun ja, etwas holprig. Vielleicht auch, weil ich nicht unbedingt ein Fan von Bürokratie bin und ich Franz Kafkas Schloss gerne gelesen habe, weil es mir so schön gruselig vorkommt.

Also: Nach fast 3 Jahren nebenberuflichem Studium mit langen Nächten, heimeligen Wochenenden vor dem Schreibtisch  und einem ständigen schlechten Gewissen gegenüber der Familie hatte ich im Mai 2012 die gute Idee, zum Schreiben der Master-Arbeit, in Bildungskarenz zu gehen. Geplant war, dies für die Dauer von 2 Berufsschul-Lehrgängen (=20 Wochen)  ab Februar 2013 zu tun und studierenderweise in die Sommerferien überzugehen. Vorteil: keine Dreifachbelastung Schule + Studium + Familie (okay, das Wort „Belastung“ ist bei letzterer nicht wirklich angebracht, ich bin sehr froh, dass es diese Menschen gibt), sondern nur noch doppeltes Vergnügen mit Familie + Studium.

Direktion und Personalvertretung (die ja zustimmen muss, weil meine Unterrichtsverpflichtung von den Kolleginnen und Kollegen übernommen wird), waren netterweise einverstanden. Ohne Überredungskünste. Sofort.

Beim AMS teilte man mir mit: Alles kein Problem! Es gibt Weiterbildungsgeld in der Höhe des Arbeitslosengeldes, das sind bei mir nicht ganz EUR 50,00 pro Tag, ganz ordentlich. Und es gibt einige Lehrer, die in Bildungskarenz gehen. Meist sind das Mütter, die eine Kinderkarenz verlängern, weil … und das ist seltsam: bei Vorlage einer Inskriptionsbestätigung keinerlei Leistungsnachweis vorgelegt werden muss. Ohne Inskriptionsbestätigung müssen Kursanmeldung, Anwesenheitsbestätigungen oder andere Zeitaufzeichnungen und Leistungsnachweise abgeben werden, ansonsten gibt es kein Weiterbildungsgeld. Mit Inskriptionsbestätigung ist es egal, ob ein Jahr Weltreise angesagt ist („WKO: Weltreise statt Bildungskarenz„) oder wirklich Weiterbildung erfolgt. Ab 1. Juli 2013 gibt es die „Bildungskarenz neu“ (siehe Artikel), ab sofort sind ECTS vorzuweisen. Diese Lücke ist somit geschlossen, gut so.

Mitzunehmen sollte ich im Jänner 2013 daher zur Antragstellung einige Tage vor Antritt der Karenz im Original (=Unterlagen bekommt man gleich wieder zurück):

  • Heiratsurkunde
  • Geburtsurkunde der Kinder
  • AVRAG-11 vom Dienstgeber bestätigt
  • Inskriptionsbestätigung
  • Gewerbeendigung (falls vorher irgendwann ein Gewerbe ausgeübt wurde)

Anfang Juni 2012 ging mein Ansuchen inklusive Befürwortung der Direktion über den Dienstweg dann an den Landes..schulrat, der mir im Juli dann (für mich, die Personalvertretung und die Direktion überraschend) mitteilte, dass es für Landeslehrer keine Bildungskarenz gibt, sondern lt. Vertragsbedienstetengesetz von 1948 nur Karenzurlaub gegen Entfall der Bezüge (§29b Abs. 1 VBG von 1948).

Die Lektüre von AMS, Wirtschaftskammerhelp.gv.at oder von Broschüren wie „Das Dienstrecht der Bundeslehrer“  waren also umsonst. Landeslehrer sind in der Karenzzeit weder kranken-, noch pensionsversichert und was ich während der Karenzierung mache, ist meinem Dienstgeber ziemlich egal.

Also: Help! Anruf bei der Gewerkschaft Anfang der Ferien. Was tun und welche Konsequenzen gibt es? Der Rat war zuerst, nicht in Karenz zu gehen, sondern Teilzeitlehrer zu werden und meine Arbeitszeit um 50% zu reduzieren: Vorteil: Kein Entfall von Versicherungs- und Pensionszeiten. Regelmäßiges Gehalt, aber nicht viel weniger als sonst, weil weniger Verdienst ja auch weniger Steuern heißt. Heißt für mich: 50% arbeiten und dazu Masterarbeit schreiben im Vergleich zur Bildungskarenz mit 0% arbeiten und dazu Masterarbeit schreiben.

Meine Krankenkasse, die Lehrer-Kranken- und Fürsorgekasse sagte mir, dass ich mich während einer Karenzierung selbst versichern kann, wenn ich möchte, zum Preis von ungefähr EUR 260,00 pro Monat.

Die Gebietskrankenkasse, in die meine Frau einzahlt, teilte mir mit, dass ich mich während einer Karenzierung bei meiner Frau mitversichern lassen kann, wenn ich sie geheiratet habe und wir Kinder haben, zum Preis von genau EUR 0,00 pro Monat. Toll!! Die Pensionsversicherungsanstalt sagt mir, dass ich pensionsversichert bin, wenn ich Weiterbildungsgeld vom AMS bekomme.

Also weiter: Für Weiterbildungsgeld braucht das AMS das Formular AVRAG11 vom Arbeitgeber ausgefüllt. Die spannende Frage war: Füllt mir mein Arbeitgeber dieses aus, weil am Antragsformular in großen Lettern „Bildungskarenz“ drauf steht, obwohl für mich dieser nicht drin ist. Wenn ich aber dieses AVRAG11 nicht bestätigt bekomme, dann gibt’s von Februar bis Anfang September kein Geld am Konto. Weil: Mein Dienstgeber lässt mich nicht von Februar bis Anfang Juli auf Bildungskarenz gehen und zahlt mir dann brav mein Gehalt in den Sommerferien. Verstehe ich, wäre nicht okay. Deshalb habe ich meine Wünsche leicht reduziert: Statt Bildungskarenz von Februar bis August nur noch von Februar bis Mitte April: 11 statt 28 Wochen. Dann ist das Risiko, falls mit dem Weiterbildungsgeld was schief läuft, nicht allzu hoch.

In der Zwischenzeit gab es regierungsseitig vom Wirtschaftsminister Mitterlehhner eine neue Idee: Die Teilbildungskarenz, die ab Juli 2013 (für mich zu spät) als weitere Möglichkeit in Frage kommen würde. Eine Anfrage an ihn über www.meinparlament.at wurde kompetent und genau beantwortet. Ich war positiv überrascht.

Drehen wir die Zeit nun etwas nach vor, um das Hin- und Her, die vielen Telefonate, Mails und vor allem die umfangreiche Tabelle mit widersprüchlichen Aussagen, die ich gesammelt hatte, etwas abzukürzen: Am 3. Oktober habe ich schließlich den positiven Bescheid über „Karenz gegen Entfall der Bezüge“ in Händen gehabt, 6 Wochen später das ausgefüllte und heiß begehrte AVRAG-11 Formular. Die Sache war geritzt.

Zuvor gab es noch einige Nebenschauplätze. Besonders skurril: Darf ich als zahlendes Mitglied der der Gewerkschaft die Gewerkschaft um Rat fragen? So klar das seitens der Gewerkschaft auch war, so unklar war das an manch anderer Stelle: Es herrscht proporziell tendenziell die Meinung, dass nur jener gewerkschaftliche Hilfe in Anspruch nehmen darf, der auch einer politischen Fraktion innerhalb der Gewerkschaft (einem Lehrerverein) beigetreten ist. Mir wurde von einer Gewerkschaftsvertreterin bestätigt: Der ZA der oö. Berufsschullehrer ist mein Betriebsrat, egal ob ich schwarz, rot, blau, grün, orange, fraktionslos oder Jedi-Ritter bin. Und Tatsache ist auch: Da werden Sie geholfen!!

Viel frustrierender war allerdings ein nahezu groteskes Unverständnis, das sogar von Leuten kommt, die im Bildungssystem verankert sind: Rein subjektiv wird Weiterbildung als Irrsinn ein eingestuft, wenn

a) danach das Nettogehalt nicht gehörig aufpoliert wird oder
b) danach der Job nicht gewechselt wird und das Nettogehalt gehörig aufpoliert wird.

Wie alle wissen, werden in Österreich Lehrer nicht nach Leistung und nicht nach Kompetenz bezahlt, sondern nach der Anzahl der Stunden, „die sie im Klassenzimmer stehen“ (wie es so schön heißt). Das wäre ungefähr so, als wenn Armin Wolf, der ja auch im Bildungskarenz war (und hier über seine Erfahrungen berichtet),  nach der Anzahl der Sendeminuten bezahlt werden würde.

Meine Weiterbildung in gröberem Umfang hat im letzten Halbjahr einige Leute (auch aus dem Bildungssektor) zur Frage „Wieso mochns des? Des brauchns jo goa ned!“ verleitet und die Folgefrage nach meinem Geisteszustand unausgesprochen in den Raum gestellt. Diese Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest wird ein anderes Mal geklärt werden, weil es doch etwas verunsichert, wenn so viele intelligente Menschen einem das sagen. Nur eins noch: I’m not insane…

Fernstudium: Für Hausarbeiten recherchieren

Beim Master für Bildung und Medien an der Fernuni Hagen habe ich die erste Hausarbeit zum Thema „Weblogs als neues Kommunikationsmedium in der Bildungswissenschaft“ im vorigen Semester ganz gut über die Bühne gebracht. Heute bin ich in der Endphase des zweiten (von sieben) Modulen. Das Thema dieser Hausarbeit ist: „Bildungs- und kommunikationswissenschaftliche Voraussetzungen für den Einsatz von neuen Lehr- und Lernformen“. In der Arbeit behandle ich schwerpunktmäßig den Einsatz von Neuen Medien inklusive sozialen Netzwerken in der Berufsschule, bespreche die Voraussetzungen auf die Lernenden, Lehrenden und die Bildungsträger. Behandelt werden dabei etwa die Gesichtspunkte Medienkompetenz, Ausbildung der Lehrenden und die Eigenheiten der computervermittelten Kommunikation. Im Ausblick male ich ein Zukunftsmodell für die Berufsschule.

Quelle: http://www.flickr.com/photos/thedepartment/137413905/
Quelle: flickr

Die Module im Masterstudium sind so aufgebaut, dass zuerst die Studenbriefe per Post zugestellt werden. Via Moodle gilt es dann, kleinere Aufgaben zu lösen, die einen Umfang von 4 – 8 Seiten haben. Gegen Ende des Moduls wird der Titel der Hausarbeit bekanntgegeben. Im Modul 2 wurde die Aufgabenstellung per Post am 15. Juli zugestellt, am 23. September spätestens ist die Arbeit an das Prüfungsamt ausgedruckt und gebunden zu schicken. Begleitend gibt es eine exzellente Online-Betreuung, die meist innerhalb weniger Stunden auf Fragen antwortet.

Die Art des Studiums, vor allem die Vielzahl von Recherchemöglichkeiten waren vor 10 Jahren noch nicht möglich gewesen. Heute gibt es jede Menge Online-Werkzeuge, die ein vernünftiges Arbeiten von zuhause aus ermöglichen. Derzeit verwende ich folgende Tools:

Suche

  • Google: Suche nach einem Begriff (zum Beispiel „Medienpädagogik“) mit dem Zusatz „filetype:pdf“. Wenn das Dokument ein Literaturverzeichnis hat, dann taugt es auch meist für die Hausarbeit. Die Einträge im Literaturverzeichnis sind wiederum gute Schlagworte für die weitere Suche. Auch Einträge, die nicht „Online“ gekennzeichnet sind, sind häufig im Netz zu finden. Zumindest bei meinem internet-lastigen Studium.
  • scholar.google.de: Die wissenschaftliche Suchmaschine von google. Hier lade ich die mit „pdf“ gekennzeichneten Einträge herunter.
  • books.google.com: Mit der „Advanced Book Search“ suche ich nach geeigneten Büchern bzw. Zeitschriften. Die Option „Full View Only“ grenzt zwar stark ein, dafür hat man dann aber auch das ganze Buch zur Verfügung. Meist genügt aber auch die „limited preview“, weil ja oft nur einzelne Kapitel benötigt werden und es ein blöder Zufall wäre, wenn Google ausgerechnet das gesuchte Kapitel nicht frei schaltet. Und wenn – dann gibt es auch andere Bücher. Wer (so wie ich) gerne mit Ausdrucken arbeitet, der könnte im Firefox „Greasemonkey“ mit dem „Google Book Downloader“ und „Flash Got“ verwenden. Die drei Tools laden beliebige Seiten herunter, danach kann immer noch entschieden werden, wo und wie man sich das Buch ausleiht (oder kauft).
  • Weitere wissenschaftliche Suchmaschinen habe ich unter: http://delicious.com/pruwer/science+suchmaschine gesammelt, weitere sind unter http://www.llek.de/ zu finden.
  • Empfohlen wurde mir paperc.de. Nach einer kostenlosen Registrierung können Bücher online gelesen werden und gegen geringe Gebühr seitenweise heruntergeladen werden.
  • Für heruntergeladene ebooks (von denen immer mehr frei verfügbar sind, siehe www.delicious.com/pruwer/ebooks), drucke ich mir das Inhaltsverzeichnis aus und lege es in einem Inhaltsverzeichnis-Ordner zur weiteren Kennzeichnung für lesenswerte Kapitel ab.
  • Die Universitätsbibliothek der Fernuni-Hagen bietet via VPN bzw. Proxy Zugriff auf Volltextdatenbanken und Vollzugriff auf elektronische Zeitschriften. Immer wieder laufen begrenzte Tests, zum Beispiel aktuell „Oxford Scholarship“ und „Education Research Complete“.

Verwaltung

  • Firefox-Plugin Zotero: Zotero sammelt, verwaltet und sortiert Dokumente, erstellt Zitate und Einträge für das Literaturverzeichnis. PDF-Sammlungen sind mittels „pdftotext“ und „pdfinfo“ durchsuchbar. Jedes interessant erscheinende Online-Dokument trage ich hier ein, Zotero lädt es herunter und speichert es lokal ab. Per Rechtsklick wird (sehr oft) ein Literaturverzeichniseintrag erstellt. Auch Bücher können per Titel oder ISBN hinzugefügt werden. Ein Sync mit dem Zotero-Server wäre möglich, nutze ich aber nicht.
  • Delicious: Mit Delicious verwalte ich meine Fundstücke. Für gängige Browser gibt es Bookmark-Addons. Übrignes findet sich die Materialsammlung für die oben beschreibene Hausarbeit unter www.delicious.com/pruwer/modul2.
  • Citavi: Wärmstens empfohlen wurde mir Citavi, eine Literatur- und Zitateverwaltung. Die Gratis-Version werde ich im Herbst ausprobieren.
  • Ebenfalls ausprobieren möchte ich citeulike, mit dem Online-Publikationen verwaltet werden können, das aber um eine Empfehlungskomponente erweitert wurde

Beim Schreiben der Hausarbeit habe ich die Firefox-Extension LeechBlock in Betrieb. Seiten, mit denen ich wertvolle Zeit vertrödele, wie zum Beispiel Nachrichten, Blog-Reader, Facebook, ebay und amazon können damit prima minutengenau limitiert oder für Stunden unerreichbar geschaltet werden.

Zur Erstellung von Haus- oder Seminararbeiten bis hin zu Dissertationen sind folgende zwei Bücher empfehlenswert:

Wie ich Blogs auswähle, die ich abonniere oder ignoriere

Täglich lese ich Blogs, Blogs-Kommentare und Tweets. Häufig sind Blogs verlinkt. Täglich muss (naja, … „muss“… ) ich nach dem Überfliegen von 1 – 2 Blog-Beiträgen entscheiden, welche Blogs so interessant für mich sind, dass ich sie im Google-Reader abonniere. Ich will keinen Müll abonnieren, ich will interessante Blogs aber auch nicht ignorieren. bestblogs_landing

Die Aufgabenstellung ist komplex. Peter Kruse erwähnte beim Bildungskongress fünf Strategien zur Bewältigung von Situationen hoher Komplexität und Dynamik:

  1. spontanes Ausprobieren (=Blog einfach abonnieren -> funktioniert wegen der Fülle nicht)
  2. konsequentes Ausblenden (=möglicherweise interessanten Blog ignorieren, will ich nicht)
  3. analytisches Verstehen (=Blog anhand von Raster analysieren: zu zeitaufwändig und nicht zielführend;)
  4. künstliche Vereinfachung (=nur Design oder nur Aktualität oder nur…. funktioniert nicht – siehe Kruse Vortrag)
  5. emotionale Bewertung (=die einzige Strategie, die lt. Kruse funktioniert)

Ich wähle zu abonnierende Blogs aufgrund folgender Kriterien aus:

  • Begeistert mich der verlinkte bzw. der aktuellste Beitrag, bietet er Neues, bringt er mich zum Nachdenken oder sagt er etwas, was ich schon weiß, aber nie so prägnant ausdrücken könnte? Kurz gesagt: Spricht er mich emotional an?
  • Und das wichtigste: Sind die Themen relevant für mich, hier und jetzt? Relevant für das Studium, für den Job, den Lieblingssport oder für das Familienleben?

Mit dieser Methode bin ich derzeit auf knapp 300 abonnierten Blogs. Meine 10 Lieblings-Blogs habe ich im Google-Reader in die MIBS-Gruppe (=Most Important BlogS)  gegeben. Alle anderen lese ich dann und wann, ansonsten gibt’s den Button „Alle als gelesen markieren“.

Master of eEducation

Seit einigen Tagen bin ich nebenberuflicher Teilzeit-Student an der Fernuniversität in Hagen. Ziel ist, in den nächsten 4 Jahren den „Master of eEducation“ an der Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften in der Tasche zu haben. Warum ausgerechnet dieses Studium, warum ausgerechnet Hagen?

  1. Alle 7 Pflichtmodule treffen meinen Geschmack und meine Interessen ganz genau. Ich würde jedes Modul auch freiwillig belegen.
  2. Wo Fernuni draufsteht ist auch Fernuni drin: Keine Präsenzeiten. Keine Reisezeiten. Keine Hotels. Keine Hörsäle. Keine Vorträge. Keine Urlaubsansuchen. Keine Vorbereitungen von Supplierstunden und kein Kollegen-Gemeckere wegen Abwesenheit. Freie Zeiteinteilung. Selbstständiges Arbeiten.
  3. Prüfungen sind in kreativen, selbstorganisierten Artefakten via ePortfolio abzugeben. Kein sinnloses Gepauke von Fakten, die nachher sowieso wieder vergessen werden.

IMG_6720Andere „Masters of eEducation“ sind von der Zeitdauer kürzer angelegt, erfordern aber Präsenzzeiten, die oft am Wochenende und an Fenstertagen liegen. Wochenende ist kaum ein Problem, die Fenstertage eher: An unserer Berufsschule wird an Fenstertagen eigentlich immer gearbeitet. Theoretisch ist unbezahlter Urlaub an diesen Tagen kein Problem, praktisch aber ein Risikofaktor, weil hier Menschen entscheiden. Das Ganze erübrigt sich aber, weil ich entschieden habe, dass die Familie dem Studium immer vorgeht. Daher: Längere Studiendauer ist besser als Präsenzzeiten, weil mehr Zeit für die Familie bleibt.

In diesem Semester habe ich die Module für die ersten zwei Semester belegt, also quasi ein Vollzeit-Pensum. Das erste Modul behandelt Blogs und dürfte kein Problem sein, schließlich beschäftige ich mich seit 3 Jahren damit. Sollte es sich ausgehen, dass ich dieses Pensum schaffe, dann ist’s gut. Wenn nicht, dann wiederhole ich einfach das 2. Modul im nächsten Semester (Leerbelegung).

Belegt habe ich also:

  • Modul1: Medien und Kommunikationstheorien
  • Modul1: Medien und Wirklichkeitskonstruktionen
  • Modul1: Wissenskommunikation in virtuellen Lerngemeinschaften
  • Modul2: Lehren und Lernen in der Wissensgesellschaft
  • Modul2: Medienkommunikation und Medienkompetenz
  • Modul2: Instructional Design

Die Aufgaben werden per Moodle gegeben, der Moodle-Kurs ist bis jetzt noch nicht freigeschalten. Offizieller Semesterbeginn ist morgen.

Vorige Woche habe ich begonnen, den Studienbrief „Medien- und Kommunkationstheorien“ zu lesen. Dieser umfasst einen geschichtlichen Abriss über diese Theorien seit dem 19. Jahrhundert: Die Geschichte der Theoretisierung von Kommunkation, die beginnende Medientheoriebildung, Theorien der Exteriorisierung, Kybernetik, usw. Die „wissenschaftliche Sprache“ im Skript war für mich anfangs recht herausfordernd, las ich doch in den letzten Jahren hauptsächlich populärwissenschaftliche Bücher, meist auf Englisch. Und die bedienen sich ja meist einer eher einfachen Sprache. Ungewohnt war auch, dass ich alle zwei Seiten auf ein unbekanntes Fremdwort gestoßen bin, bei dem auch mein altes Fremdwörterbuch versagt hat, indem es entweder den Begriff nicht kannte oder nichtssagende Auskunft gab. Gut, dass es Wikipedia gibt. Nach ein paar Seiten ging’s aber dann ganz gut und mittlerweile verstehe ich, was mir Frank Hartmann sagen möchte.

Für Hagener-Studenten gibt es ein Forum, wo man sich austauschen kann. Da wurde ich bei meiner Vorstellung sogleich vom Forums-Master gerüffelt, weil ich auf diesen Blog verlinkt habe. „Affiliate-Marketing“ ist dort nicht erwünscht und ich habe dann und wann meine Buchempfehlungen via Amazon-astore verlinkt. Nicht dass ich jemals darüber einen Cent verdient hätte, aber egal.

Die Vernetzung mit den Mitstudenten müsste via Web2.0 ganz gut funktionieren. Jedenfalls besser als sonst, da diese Menschen doch eine gewisse Affinität zum Web haben sollten. Es sollte möglich sein, ein zeitgemäßes Niveau von Kollaboration zu erreichen, das über das Hin- und Hersenden von Docs via E-Mail hinausgeht, ohne dass meinereiner sämtliche Überredungskünste aufbringen muss, damit sich ein Gegenüber endlich doch trotz aller Sicherheitsbedenken und technischen Hürden einen Google-Mail Account anlegt.  Ich meine damit:

  • kollaborativer Notizenaustausch via Google Text und Tabellen
  • Facebook
  • Twitter
  • Skype
  • oder eines dieser Tools.

Zum Start stelle ich meinen noch unbekannten Mitstudenten meine Notizen zum Skript Medien- und Kommunkationstheorien via Google-Text zur Verfügung. Wenn der Moodle-Kurs freigeschaltet wird, dann ergibt sich hoffentlich die Möglichkeit, eine gemeinsamen Arbeit an diesem Dokument. Was früher handschriftlich in der Schublade verschwand, wird nun öffentlich im Netz zur gemeinsamen Bearbeitung freigebeben. Theoretisch herrlich – ich bin gepannt, ob das klappt.

Natürlich wird hier in den nächsten Jahren regelmäßig über eEducation gebloggt werden. Damit wird lernenheute wieder zur jener Plattform, als die sie begonnen hat: Als Gedankensammlung und Lernstoff-Reflexion.