Traraaaa: LehrerInnen, Aus- und Vorbildung neu

Frischgebackene Pädagogen sollen nach einem Wunsch der derzeitigen österreichischen Regierungsparteien (vertreten durch das Sprachrohr einer Experten-Kommission) nach 3 Jahren Uni-Bachelor-Ausbildung in der Klasse unterrichten. Danach ist nebenbei der Master nachzuholen. Im Gegenzug dazu, werden die Lehrerarbeitsplätze durchlässiger: Ein Schultypenwechsel sollte damit möglich sein. Auf der Homepage des bm:ukk ist dies unter „LehrerInnenbildung NEU“ inklusive vieler Stellungnahmen dazu nachzulesen.

Mir gefällt das aus folgenden Gründen:

  • Guter Unterricht hat nicht unbedingt etwas damit zu tun, akademisch schönschreiben wissenschaftlich arbeiten zu können. Ob jemand Kinder bzw. Jugendliche erreicht, hat kaum etwas mit der Anzahl der Studienjahre zu tun. So wie ein Arzt, bei dem sich seine Patienten wohfühlen, nur teilweise an seinen Noten vor bzw. während der Uni gemessen werden kann.
  • Die Sackgasse „Lehrberuf“ wird endlich offener, Abzweigungen in andere Schultypen sollten möglich sein: Vom Volks- zum Hauptschullehrer (wenn die Klein-Volksschule zusperrt), von der Handelsschul-Lehrerin zur Berufsschullehrerin, vom HTL-Lehrer zum Kindergartenpädagogen. Vielleicht sogar auf Zeit, mit Rückkehrmöglichkeit? Warum nicht? Ich fände das spannend und würde das liebend gerne nutzen. Frei nach dem Motto: Die einzige Konstante unserer Zeit ist die Veränderung.
  • Schulen suchen sich ihre Lehrer selber aus. Lehrer können sich an Schulen bewerben. Schön.
  • Einen Master (nebenbei, zusätzlich) zu machen, während hauptberuflich (oder nebenbei oder zusätzlich) unterrichtet wird, sollte dieses Studium praxisnäher werden lassen als ein Master vor dem Lehrerleben.

Was aber noch diskutiert werden sollte:

  • Die Tendenz, immer mehr in kürzer Zeit von Arbeitnehmern zu verlangen ist zwar ein Merkmal unserer Zeit, aber in drei Jahren den Super-Lehrer hinsichtlich Fachwissen und Pädagogik vom Bachelor-Fließband laufen zu lassen wird nicht so richtig funktionieren. Irgendwann hat das negative Folgen hinsichtlich Qualität und Psyche von Arbeitnehmern.  (Andererseits wissen alle Lehrer, dass ihre Ausbildung an den Hochschulen dort und da verbesserungswürdig ist und dort sinnlose Zeit oft gut bezahlt wird. So verbesserungswürdig, dass das Abschleifen von Kanten eher nicht genügt…)
  • Ob ein Englisch-, Latein-, Mathe-Bachelor für die 5. Klasse Gymnasium reicht? Naja, versuchen wir es.
  • Die Regierung rechnet offensichtlich damit, dass sich alle Pädagogen zusätzlich zum Unterricht ständig weiterbilden. Dazu gehörte allerdings eine neue Weiterbildungskultur in den Schulen. Die sehe ich weit und breit nicht, sehe auch keine Lösung. Wer sich weiterbildet ist derzeit ein Störfaktor in der Schule: Kollegen, die bereits am Limit sind, müssen zusätzliche Stunden übernehmen, die sie lieber zur Aufrechterhaltung der Qualität des eigenen Unterrichts, zur Verbesserung desselben oder einfach zur Erholung nutzen möchten.
  • Sobald sich der Schulstandort Pädagogen in hire & fire Manier selbst aussuchen kann, wird die Mobbing-Debatte im Schulbetrieb um einen hohen Faktor brisanter. Was Parteipolitik betrifft, so könnte die Mitgliedschaft und Mitarbeit bei der „richtigen“ Fraktion wieder ein Muss werden, was ich derzeit nicht so empfinde.
  • Die Entlohnung der Pädagogen aufgrund des Schmalspur-Bachelors zu kürzen (so wie das im anderen öffentlichen Dienst gerade versucht wird), wäre ein falscher Weg. Dann gibt es bald keine Lehrer mehr.
  • Auf den „Nebenbei-Master“ bin ich schon gespannt. Derzeit machen schon einige meiner Berufsschul-Lehrer Kollegen (und ich auch) einen Master bzw. liebäugeln damit. Beim Vergleich der Master-Programme bzw. deren Absolventen scheint es mir aber hier auch haushohe Unterschiede zu geben: Den einen wird er nachgeworfen, die anderen verdienen ihn sich blutig. (Bitte mir diese drastische Ausdrucksweise zu verzeihen, aber derzeit wächst bei mir etwas der Frust, wenn ich nicht mal die Zeit finde, an einer Weihnachtsfeier teilzunehmen, weil ich für die Fernuni-Hagen eine Aufgabe am Montag abgeben muss und ich mit den zu lesenden Skripten sowieso schon einige Wochen im Hintertreffen bin. Bald sind Weihnachtsferien, da wird dann wieder durchgearbeitet und Rückstände aufgeholt. Selbstmitleid…… buhuuu…)

Die Zeit ist schon lange reif für Veränderungen im Schulbetrieb. Begonnen werden muss mit jenen, die Unterricht gestalten, also bei uns Lehrern. Dass dieser Regierungsplan (aus Schulsicht) eine Extremposition darstellt und bei der Realisierung vermutlich wieder eine halbherzige und österreichische Lösung herauskommt, das ist ziemlich sicher. Während der Lehrerausbildung meinte ein Vortragender, dass die notwendige 2/3-Mehrheit für Änderungen im Schulsystem eine gute Sache sei, weil sich Schule dann nicht nach jeder Wahl ändert. Wo Licht ist, da ist auch Schatten.

Rückschau 5. eLearning Didaktik Fachtagung in Wien

Fachtagung (Symbolfoto)
Fachtagung (Symbolfoto)

Vom 20. – 21. Oktober 2010 fand im TGM in Wien die 5. eLearning Didaktik Fachtagung statt. Über 40 Beiträge wurden mit einem OpenReview Verfahren ausgewählt und in die Kategorien „Mobile und virtuelle Welten“, „Musik und Multimedia“, „Wirtschaft“, „Mit Netbooks unterrichten“, „Mathematik“ und „Fremsprachen“ eingeteilt und in drei Hörsälen angenehm pünktlich und professionell abgespult. Weil ich meinen Time-Turner zuhause vergessen hatte, konnte ich „nur“ knapp 18 Vorträge hören.

Hier einige Notizen zu den Vorträgen:

Seinen Ruf als „Popstar der Mathematik“ wurde Rudolf  Taschner gerecht, als er in unterhaltsamer Form seine Gedanken zur Computerisierung laut aussprach: Das schultaschengewichtserleichternde ipad als Schiefertaferl wie zu Gauss‘ Zeiten („steht ja nichts wichtiges drauf, kann ja gleich wieder gelöscht werden“), die Wichtigkeit des Verstehens in der Mathematik („jedes Kind muss verstehen, dass man bei einem Kredit mehr zurückzahlt, als man bar hinlegen muss, das Kind könnte später ja auch Politiker werden“), die Skurriliät von Prüfungen („das stellt der Lehrer fragen, die er selber viel besser beantworten kann“) und über das vielzitierte Abholen der Kinder im Unterricht („das Abholen übernimmt die ÖBB, für Lehrer genügt es, wenn sie die Welt der Kinder verstehen“).

Statt „lebenslangem Lernen“ plädiert Taschner für „lebenslang verstehen wollen“. Übrigens funktioniert verstehen in der Teamarbeit nicht wirklich gut („Ich versteh ich Hälfe, du verstehst die Hälfte, gemeinsam haben wir alles verstanden…“). Als Zukunftsziel sollten wir versuchen, „die Maschine zu verwenden und mündig zu bleiben“.

Anschließend präsentierte Markus Hohenwarter, Institutsvorstand für Didaktik der Mathematik an der JKU Linz, GeoGebra, eine Open-Source-Lösung, die im Zuge seiner Diplomarbeit entstanden ist und nun weltweit an etlichen Schulen eingesetzt wird. Geogebra verbindet Geometrie, Algebra und Analysis auf benutzerfreundliche Weise. Konstruktionen mit Punkten, Vektoren, Geraden sowie die Erstellung von Kegelschnitten und Funktionen können dynamisch mit der Maus verändert werden. Hohenwarter verglich den Schritt, GeoGebra als Open-Source zur Verfügung zu stellen mit einem Zitat von Warren Buffett: „If you want to go fast, go alone. If you want to go far, go together.“

Im Zuge der Einführung des Learning-Management-Systems „LMS – elearning mit System“ an sieben verschiedenen Handelsakademien im Burgenland untersuchte Herbert Gabriel, warum IT trotz einheitlicher Bedingungen in verschiedenen Schulen unterschiedlich intensiv genutzt wird. Dabei fand er beispielsweise heraus, dass LehrerInnen, die bei einem Persönlichkeitstest das Merkmal „gewissenhaft“ erhielten, die Lernplattform intensiver nutzten, als jene, bei denen dieses Merkmal nicht so ausgeprägt war. Sowohl Lehrer als auch Lehrerinnen nutzten die Lernplattform in den untersuchten Schulen ähnlich oft, signifikant war aber ein Rückgang der Nutzung bei männlichen Lehrern über 50 oder anders gesagt: Lehrerinnen über 50 nutzen Lernplattformen fast doppelt so häufig wie gleich alte Lehrer.

Birgit Raab-Pfisterer von der Hak Bruck/Leitha zeigte das kollaborative Mind-Mapping Tool Mindmeister, das sie in einer Unterrichtssequenz zur Unternehmensgründung benutzte und erinnerte mich daran, mit den Schülern wieder mal das exzellente Spiel „Start up! Vom Lehrling zum Chef“ zu spielen. Uwe Gutwirth stellte das betriebswirtschaftliche Online-Spiel „Fish Market“ vor, das auf der Plattform „Accounting Training System“ nach Angabe einer kostenlosen Registrierung einige Tage lang spielbar ist. Das Spiel ist eine Kombination aus Unternehmensplanung, Strategie, Rechnungswesen und Ökologie und kann mit zwei bis vier Teams rundenbasiert in verschiedenen Schwierigkeitsgraden gespielt werden. Beim höchsten Schwierigkeitsgrad sind praxisnahe Rechnungswesen-Kenntnisse unbedingt erforderlich. Wenn das Spiel alleine ausprobiert wird, sollte es in verschiedenen Browsern (also z. B. Firefox und Internet-Explorer) gestartet werden, sonst funktioniert die Simulatin von zwei Teams nicht.

Karin Osunbor von der PH-Niederösterreich zeigte für das Fach Englisch einige nette Homepages, wie zum Beispiel Digger and the Gang, den Storymaker, english-4u.de oder makebeliefscomix.com. Walter Steinkogler, Betreuer von e.schule.at, einem Themenportal für Englisch, berichtete von einer User-Umfrage und gab Ausblicke, wie sich das Portal in nächster Zeit entwickeln wird. Den ersten Tag beendete Marianne Wagner mit einer Sequenz für den Französch-Unterricht, wo sie Voki verwendete. Mit voki können Schüler Avatare erstellen, die dann eingegebene Texte oder hochgeladene Soundfiles sprechen. Marianne Wagner benutzte das Tool, um mit Schülern die Aussprache von französischen Reimen zu üben.

Am zweiten Tag stellte Daniela Denk von Microsoft das „Lernen in der Cloud“ vor. Mit Office 365, das bis vor kurzem noch „Microsoft Online Services“ hieß, erhalten User eine Online-Festplatte mit 25 GB Kapazität, Skydrive genannt, und 10 GB für E-Mails. Das Paket, das Word, Excel, Powerpoint, Outlook und OneNote enthält ist so flexibel, dass ein Login auf einer Schul-Homepage integriert werden kann und in der Schule benötigte Dienste, wie beispielsweise eine Raum-Reservierung online abgewickelt werden können.

Klaus Edel zeigte die Themendossiers für Politische Bildung unter www.didactics.eu her. Hier sind Unterrichtsmaterialien, methodisch-didaktische Vorgehensweisen und einige Filme zur Thematik, beispielsweise die Wochenschauen vom 1. Mai von 1912 bis heute zu finden. Ebenfalls aus dem Bereich Politische Bildung kommt www.polipedia.at, ein Wiki das unter dem Motto „Demokratie – Politik – Partizipation“ steht, vom Demokratiezentrum Wien in Kooperation mit der Uni-Salzburg betrieben wird und in dem Schüler aktiv partizipieren können.

Hubert Egger sprach über den Themenbereich „Gewaltspiele im Unterricht – Sozialkompetenz mit EgoShooter“. Besonders beeindruckt hat mich, dass er mit einer Schülergruppe eine Exkursion zu einem Schießstand eines Polizei-Sportvereins durchführte und die SchülerInnen dort Gelegenheit hatten, Waffen auszuprobieren. Danach wurde reflektiert, wie die Realität in Filmen bzw. Shootern dargestellt wird. Übrigens führt Hubert Egger zum Thema ein Wiki unter www.gewaltspiele.at.

Die IKT-Kompetenz von Lehrern zu steigern, hat sich die soeben gestartete Initiative ICTeacher.eu auf die Fahnen geheftet. Bei diesem Programm erhalten interessierte Lehrer eine praxisnahe, anwendbare und für den eigenen Schultyp zugeschnittene IKT-Ausbildung.

Rene Schwarzinger stellte www.linuxadvanced.at vor, einer Initiative, die Chancengleichheit für die Bildung durch die Verwendung von Open-Source Software herstellen möchte. Auf einem bootfähigen USB-Stick finden sich Programme wie Gimp, Audacity, Openoffice.org, Kino, Iceweasel, Icedove, K3B, Geogebra, wxMaxima, KTouch usw. Speziell für Schulen entwickelte Lehrer-Tools (LA-TS genannt), gewährleisten einen vernünftig durchführbaren Unterricht. Das Paket wird laufend verbessert, ist schon in einigen Schulen im Einsatz, Feedback ist willkommen.

Andreas Wildberger von der ISPA, der Dachorganisation der Internet-Wirtschaft, momentan beschäftigt, sich gegen die Forderung der Filmindustrie nach Internet-Blockaden zu wehren, kündigte den Safer Internet Day am 8. Februar 2011 an, der unter dem Motto „It’s more than a game, it’s your life“ steht und an dem die sichere Nutzung von Internet, Handy und Computerspielen stärker verankert werden soll. Übrigens kündigte auch Christian Dorninger vom bm:ukk an, dass bei den nächsten Wettbewerben Web 2.0 eine stärkere Rolle als bisher spielen wird.

Die Tagung beendete Jürgen Seifried von der Uni Konstanz, der über Evaluation von Lernen mit Neuen Medien sprach. Er wies auf das Evaluationsinstrument Inventar zur Computerbildung (INCOBI) hin und präsentierte eine neue Studie, bei der Rechnungswesen und BWL mit und ohne neue Medien unterrichtet wurde. Zwei Detailergebnisse (die, wie er sagte, noch zu überprüfen sind): 1) 30 – 40 % der verwendeten Unterrichtszeit langweilen sich die Schüler. 2) Der Einsatz von PCs im Unterricht steigert die Langeweile. Ich hoffe, die Studie gibt’s demnächst irgendwo zum Runterladen.


Fernstudium: Für Hausarbeiten recherchieren

Beim Master für Bildung und Medien an der Fernuni Hagen habe ich die erste Hausarbeit zum Thema „Weblogs als neues Kommunikationsmedium in der Bildungswissenschaft“ im vorigen Semester ganz gut über die Bühne gebracht. Heute bin ich in der Endphase des zweiten (von sieben) Modulen. Das Thema dieser Hausarbeit ist: „Bildungs- und kommunikationswissenschaftliche Voraussetzungen für den Einsatz von neuen Lehr- und Lernformen“. In der Arbeit behandle ich schwerpunktmäßig den Einsatz von Neuen Medien inklusive sozialen Netzwerken in der Berufsschule, bespreche die Voraussetzungen auf die Lernenden, Lehrenden und die Bildungsträger. Behandelt werden dabei etwa die Gesichtspunkte Medienkompetenz, Ausbildung der Lehrenden und die Eigenheiten der computervermittelten Kommunikation. Im Ausblick male ich ein Zukunftsmodell für die Berufsschule.

Quelle: http://www.flickr.com/photos/thedepartment/137413905/
Quelle: flickr

Die Module im Masterstudium sind so aufgebaut, dass zuerst die Studenbriefe per Post zugestellt werden. Via Moodle gilt es dann, kleinere Aufgaben zu lösen, die einen Umfang von 4 – 8 Seiten haben. Gegen Ende des Moduls wird der Titel der Hausarbeit bekanntgegeben. Im Modul 2 wurde die Aufgabenstellung per Post am 15. Juli zugestellt, am 23. September spätestens ist die Arbeit an das Prüfungsamt ausgedruckt und gebunden zu schicken. Begleitend gibt es eine exzellente Online-Betreuung, die meist innerhalb weniger Stunden auf Fragen antwortet.

Die Art des Studiums, vor allem die Vielzahl von Recherchemöglichkeiten waren vor 10 Jahren noch nicht möglich gewesen. Heute gibt es jede Menge Online-Werkzeuge, die ein vernünftiges Arbeiten von zuhause aus ermöglichen. Derzeit verwende ich folgende Tools:

Suche

  • Google: Suche nach einem Begriff (zum Beispiel „Medienpädagogik“) mit dem Zusatz „filetype:pdf“. Wenn das Dokument ein Literaturverzeichnis hat, dann taugt es auch meist für die Hausarbeit. Die Einträge im Literaturverzeichnis sind wiederum gute Schlagworte für die weitere Suche. Auch Einträge, die nicht „Online“ gekennzeichnet sind, sind häufig im Netz zu finden. Zumindest bei meinem internet-lastigen Studium.
  • scholar.google.de: Die wissenschaftliche Suchmaschine von google. Hier lade ich die mit „pdf“ gekennzeichneten Einträge herunter.
  • books.google.com: Mit der „Advanced Book Search“ suche ich nach geeigneten Büchern bzw. Zeitschriften. Die Option „Full View Only“ grenzt zwar stark ein, dafür hat man dann aber auch das ganze Buch zur Verfügung. Meist genügt aber auch die „limited preview“, weil ja oft nur einzelne Kapitel benötigt werden und es ein blöder Zufall wäre, wenn Google ausgerechnet das gesuchte Kapitel nicht frei schaltet. Und wenn – dann gibt es auch andere Bücher. Wer (so wie ich) gerne mit Ausdrucken arbeitet, der könnte im Firefox „Greasemonkey“ mit dem „Google Book Downloader“ und „Flash Got“ verwenden. Die drei Tools laden beliebige Seiten herunter, danach kann immer noch entschieden werden, wo und wie man sich das Buch ausleiht (oder kauft).
  • Weitere wissenschaftliche Suchmaschinen habe ich unter: http://delicious.com/pruwer/science+suchmaschine gesammelt, weitere sind unter http://www.llek.de/ zu finden.
  • Empfohlen wurde mir paperc.de. Nach einer kostenlosen Registrierung können Bücher online gelesen werden und gegen geringe Gebühr seitenweise heruntergeladen werden.
  • Für heruntergeladene ebooks (von denen immer mehr frei verfügbar sind, siehe www.delicious.com/pruwer/ebooks), drucke ich mir das Inhaltsverzeichnis aus und lege es in einem Inhaltsverzeichnis-Ordner zur weiteren Kennzeichnung für lesenswerte Kapitel ab.
  • Die Universitätsbibliothek der Fernuni-Hagen bietet via VPN bzw. Proxy Zugriff auf Volltextdatenbanken und Vollzugriff auf elektronische Zeitschriften. Immer wieder laufen begrenzte Tests, zum Beispiel aktuell „Oxford Scholarship“ und „Education Research Complete“.

Verwaltung

  • Firefox-Plugin Zotero: Zotero sammelt, verwaltet und sortiert Dokumente, erstellt Zitate und Einträge für das Literaturverzeichnis. PDF-Sammlungen sind mittels „pdftotext“ und „pdfinfo“ durchsuchbar. Jedes interessant erscheinende Online-Dokument trage ich hier ein, Zotero lädt es herunter und speichert es lokal ab. Per Rechtsklick wird (sehr oft) ein Literaturverzeichniseintrag erstellt. Auch Bücher können per Titel oder ISBN hinzugefügt werden. Ein Sync mit dem Zotero-Server wäre möglich, nutze ich aber nicht.
  • Delicious: Mit Delicious verwalte ich meine Fundstücke. Für gängige Browser gibt es Bookmark-Addons. Übrignes findet sich die Materialsammlung für die oben beschreibene Hausarbeit unter www.delicious.com/pruwer/modul2.
  • Citavi: Wärmstens empfohlen wurde mir Citavi, eine Literatur- und Zitateverwaltung. Die Gratis-Version werde ich im Herbst ausprobieren.
  • Ebenfalls ausprobieren möchte ich citeulike, mit dem Online-Publikationen verwaltet werden können, das aber um eine Empfehlungskomponente erweitert wurde

Beim Schreiben der Hausarbeit habe ich die Firefox-Extension LeechBlock in Betrieb. Seiten, mit denen ich wertvolle Zeit vertrödele, wie zum Beispiel Nachrichten, Blog-Reader, Facebook, ebay und amazon können damit prima minutengenau limitiert oder für Stunden unerreichbar geschaltet werden.

Zur Erstellung von Haus- oder Seminararbeiten bis hin zu Dissertationen sind folgende zwei Bücher empfehlenswert:

Innovative Education Forum – Rückblick

Begeistert bin ich vom „Innovative Education Forum“ aus Berlin zurückgekehrt und weiß nicht wirklich, wo ich zu erzählen beginnen sollte. Die Veranstaltung brachte 250 gleichgesinnte Lehrer, Schulleiter und Bildungsexperten zusammen. Die Lehrer hatten alle ihre bereits preisgekrönten, exzellenten und richtungsweisenden Projekte mit im Gepäck und Microsoft hatte ausreichend Zeit für „networking“ eingeplant. Das Forum ist eine wahre Fundgrube für Innovationen und best practices, so eine geballte Ladung and Kreativität und know-how habe ich bisher nirgendwo erlebt.

Jim Wynn zitierte eine Lehrerin, die sagte „The other colleagues think, I’m mad“. Und alle anwesenden Lehrer genossen es sichtlich, und sich mit anderen „Verrückten“ auszutauschen, wie sie Schülerinnen und Schülern helfen, die fortlaufenden Veränderungen unserer Zeit erfolgreich zu meistern.

Manche Länder hatten einen Vertreter geschickt, manche Länder bis zu vier. Wir drei Österreicher wurden von Yuri Goldfuß (hier sein Blog „Zukunft der Bildung„), Österreichs Ansprechpartner für „Partners in Learning“ betreut und fühlten sich unter seinen Fittichen sehr wohl.

The Austrian Team: Günther Hofmann, Werner Prüher, Yuri Goldfuß, Manfred Nagl

Natürlich ergaben sich auch etliche andere, nette Bekanntschaften. Beispielsweise trafen wir am ersten Tag auf die Bildungsbloggerin Melanie Unbekannt (alias Literatenmelu), die von Microsoft als Pressevertreterin im Web2.0-Bereich eingeladen wurde.

76 Projekte aus 41 Ländern waren in der Ausstellung vertreten. Aus diesen wurden von einer fachkundigen Jury 24 ausgewählt, die zum Weltforum nach Kapstadt im Oktober reisen dürfen.

Österreich wird in Kapstadt würdig von Manfred Nagl mit seinem Umweltprojekt „Erneuerbare Energien – Wie geht das?„, einem game-based e-learning Programm  vertreten. Manfreds Projekt ist sowohl technisch, als auch pädagogisch und didaktisch erstklassig. Es zeigt Österreich als innovatives Hi-Tech Land mit umfassendem know-how in nachhaltiger Umwelttechnik anhand der Region Güssing. Das Thema ist wichtig für die Welt und zeit, dass eine Region weitgehend energieautark leben kann. Es bereitet Jugendliche (und Erwachsene) auf die Veränderungen im Energiebereich vor, indem es nicht schwarzmalt, sondern eine realistische und sogar bereits realisierte Alternative zu fossilen Energien darstellt. Das Lernprogramm ist gut geeignet für den Unterricht, für Gruppenarbeiten, Recherchen, aber auch unbedingt den Spiele-Teil der Seite ausprobieren!!

Österreichs Vertreter in Kapstadt: Manfred Nagl
In den nächsten Tagen folgen noch einige Blog-Beiträge, die den fachlichen Input beim Forum betreffen. Auf meiner to-blog Liste stehen Videos für den Englisch-Unterricht, Info über „Hole in the wall“, Sinn oder Unsinn des twitterns während Konferenzen, ein Artikel über Game-Based-Learning, ein Bericht über eine kreidetafellose Schule, live-edu und eine Kurzbeschreibung der interessantesten Projekte.

Hier einige Impressionen:

Einige Teilnehmer haben schon über das Forum gebloggt:

Jan Webb: New Heroes – returning from Innovative Education Forum
Tom Jackson: Day 3 IEF 2010- Part 2- NI and Ireland Win

Noch ein Video von Modern/Vyuka:

Auf dem Weg zum European Innovative Education Forum in Berlin

Microsoft hat mir ein Angebot gemacht, das ich nicht ablehnen konnte: Eine Einladung zum „Innovative Education Forum“ von 23. – 25. März 2010 nach Berlin. Flug, Hotel, Vorträge, Workshops, Gala-Dinner, alles dabei. Wer könnte dazu schon nein sagen?

Alles begann mit dem ersten Preis in Kategorie Wirtschaft für die Wirtschaftskunde-Podcast-Serie beim Lörnie-Award 2009, bei dem unsere Schule ein Smartboard geschenkt bekam. Vor wenigen Wochen flatterte dann die Einladung von Microsoft ins Haus. Drei von den 24 Preisträgern des Lörnie-Awards wurden nach Berlin eingeladen: „Erneuerbare Energie – Wie geht das?“ von Manfred Nagl,  das Projekt „Culturbuddies – die Dokumentation einer grenzübergreifenden Schulpartnerschaft“ von Günter Hoffmann und eben unsere Wirtschaftskunde-Podcast-Serie.

Beim Innovative Education Forum treffen sich ab morgen 76 Preisträger von nationalen e-learning Wettbewerben aus 36 Nationen. Im Zentrum der Tagung steht das Lernen im digitalen Zeitalter. Insgesamt tauschen sich über 200 Lehrkräfte aus ganz Europa sowie Bildungsexperten aus Wirtschaft und Wissenschaft über innovative Ansätze des Lehrens und Lernens mit IT aus.

Jeder der Preisträger bekommt einen Ausstellungsstand von ca. 2 x 1 Meter (inklusive WLAN und Stuhl) und darf (kann, muss) diesen gestalten. Da traf es sich natürlich gut, dass an unserer Schule Werbetechnik unterrichtet wird und wir Fachfrauen dafür haben (Danke, Greti!!). Morgen gibt’s ein Foto vom Stand in diesem Blog.  Lt. Vorab-Info haben wir drei Österreicher unsere Ausstellungsflächen neben den Armeniern, Italienern, Aserbeidschanern und Belgiern.

Die Gestaltung der Ausstellungswand war im nachhinein gesehen ganz schön aufwändig. Mindestens ebenso viel Aufwand war die Ausarbeitung des Powerpoint & Winword-Templates für die Jury, in dem das eingereichte Projekt hinsichtlich Planung, Management, Standards, Feedback, Ressourcenn, Schüler-Info, Lehrer-Info usw. in Englisch beschrieben werden musste. Der Abgabetermin zum Hochladen auf die Partners in Learningnetwork-Plattform war für mich wegen einiger anderer Termine äußerst knapp und im nachhinein hätte ich einiges anders bzw. ausführlicher beschrieben. Okay, mehr ging einfach nicht.

Heute habe ich mir einen Abend in einem Wiener Hotel spendiert, um nicht um 3 Uhr morgens aufstehen zu müssen. Morgen landen wir dann um ca. 10 Uhr in Berlin, danach ist die Ausstellungswand bis Mittag aufzubauen. Könnte knapp werden. Nach der Begrüßung durch Anthony Salcito, dem Vizepräsident von Microsoft Worldwide Education freue ich mich auf Professsor Sugata Mitra, dem Initiator von Hole in the Wall.

Von 3:15 bis 17:00 Uhr steht „Exhibition and Networking“ am Programm. Einerseits wandert zu dieser Zeit die Jury durch die Ausstellung und begutachtet  die eingereichten Projekte, andererseits können wir selbst etwas „socializing“ betreiben, hoffe ich.

Die Keynote 2 bestreiten Leonie Schlick und Florian Semle (Blog freelations.de) über „The Social Web in an Educational Perspective“. Am Abend steht „Get together“ bis 21:30 am Programm.

Ich nehme mir vor, regelmäßig via facebook und twitter (Hashtag #ief_2010) zu berichten. Meine Videokamera habe ich mit und lade die aus zeitlichen Gründen ungeschnittenen Videos auf youtube.com/pruwer.

Und jetzt habe ich noch das Problem zu lösen, wie die handgepäcks-untaugliche Ausstellungswand-Matte  in meine Reisetasche reinpassen könnte  (siehe Foto). Ich erinnere mich, die Lösung dafür irgendwann mal hier gelesen zu haben. Da war doch was mit den Sofa im Stiegenhaus… Quantenmechanik… hmmm..

Im Zenrum der Tagung steht das Lernen im digitalen Zeitalter – Innovatives Lehren und Lernen mit IT. Ins Leben gerufen wurde diese von der Microsoft Initiative Partners in Learning. Auf dem European Innovative Education Forum (IEF) tauschen sich Lehrkräfte aus ganz Europa sowie Bildungsexperten aus Wirtschaft und Wissenschaft über innovative Ansätze des Lehrens und Lernens mit IT aus.

Mehr Bildung in Blogs (@via literatenmelu)

Melanie Unbekannt hat in ihrem Blog „Literatenmelu“ die Aktion „Mehr Bildung in Blogs“ gestartet. Fünf interessante Fragen zum Thema Bildung sind zu beantworten. Gespannt bin ich auf die Antworten, die da kommen. Hier sind meine:

1. Woran erinnerst Du Dich, wenn Du an Deine Schulzeit zurückdenkst?

Na, vor allem an meinen Deutschlehrer in der Handelsakademie. Er verlangte von uns, gelesene Bücher zusammenzufassen. Weil wir dabei 1.)   das Gelesene nochmal reflektieren, weil wir 2.) später nur einen Blick in die Zusammenfassung werfen müssten, wenn uns der Inhalt teilweise entfallen ist und weil wir 3.) damit besser lernen könnten. Ich mache das heute noch bei guten Büchern und als Lesekater und Büchersammler profitiere ich immer wieder von dem Schatz, der sich mittlerweile angehäuft hat.  Irgendwann meinte er, wenn ich mit dem Studium fertig sei, sollte ich mich bei ihm melden, um Lehrer zu werden. Hat geklappt – zwar an einer anderen Schule, aber immerhin.

An was ich mich noch erinnere: Jede Menge Zeit zum Computerspielen, die ich später nie wieder hatte. An meine erste und einzige Ohrfeige meines Lebens von der Hausmeisterin in der Volksschule. An Nervosität vor Stundenwiederholungen, aber oft nicht mehr an den Stoff, der damals geprüft wurde. An peinliche Situationen im Musikunterricht während des Stimmbruches. An Wandertage,  Exkursionen, Sportfeste, Skikurse, Stadt-, Sport- und Landschulwochen.

2. Welche Medien hast Du im Unterricht kennengelernt und auch selbst genutzt?

Medien? Hmm… Kreidetafel, Overhead, Filme (zuerst Filmrollen, dann Video, keine DVDs).  Als Maturaprojekt im Wahlfach Informatik schrieb ich 1990 einen Vokabeltrainer in Turbo-Pascal. In der Privatwohnung des Informatiklehrers schrieb ich das Programm auf Farbdarstellung um, weil es an der Schule keinen Farbmonitore gab.

3. Welche Möglichkeiten siehst Du, die Lehrerausbildung zu verbessern?

Wenn ich unsere Frau Minister und die Gewerkschaft in einer Person wäre (seufz), würde ich den informellen Austausch von Lehrern in Kleingruppen (bis 10 Leuten) abseits von Kursen, Lehrgängen und Seminaren untereinander forcieren.  Organisation von regelmäßigen Lehrertreffen, wobei diese einander in 2 – 4 Tagen ihre Spezialgebiete, ihre Methoden, Erfahrungen und Irrtümer näherbringen. Jeder Beteiligte bereitet ein ein- bis vierstündiges Kurzseminar für die anderen vor.  Lehrer-Coaches von den Hochschulen sind bei diesen Treffen dabei, sichern die Qualität und die Ergebnisse.“Junglehrer“ könnten daran teilnehmen und ihren Input liefern, was den aktuellen Stand der Wissenschaft betrifft.

4. Was hältst Du davon, Blogs, Wikis, Podcasts etc. im Unterricht einzusetzen?

Sehr viel. Einmal pro 10-Wochen-Lehrgang erstelle ich Blogs, Wikis oder Podcasts. Wobei ich viel von der Erstellung halte und weniger vom passiven Lesen oder Zuhören. Eine Podcast-Erstellung im Unterricht bringt viel, den erstellten Podcast später als Lerntool zu verwenden sehr wenig. Hier sind meine Beispiele für Podcasts oder Wikis.

5. Können Online-Angebote die herkömmliche Nachhilfe sinnvoll ergänzen oder sogar ersetzen?

Wenn Nachhilfe so verstanden wird, dass dem Schüler nachgeholfen wird, eine bestimmte Hürde zu nehmen, dann können Online-Angebote ganz prima sein: Die schnelle Frage über Skype („Wie geht das nochmal?“) oder ein Forum. Oder punktuell ein Online-Kurzkurs über Integralrechnung – warum nicht? Ich glaube aber, dass bei Problemen jener Lernstoff, der online vermittelt werden könnte, nicht immer der Verursacher ist. Hier wird die Bandbreite von simplen Lernmethödchen („Lernen lernen“) bis hin zu handfesten psychologischen Problemen gehen. Und da wird online kläglich versagen.

e-Learning: Angst fressen Weiterbildung auf?

In der Zeit Online war neulich dieser Artikel „Das Elend mit dem E-Lernenzu lesen. Eine neue Studie hat wieder mal bewiesen, was wir seit den späten 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts wissen: E-Learning ist teuer, die Mitarbeiter setzen sich nur widerwillig vor das e-Learning Programm, die meisten Firmen wollen mehr Output für weniger Input (Zeit und Kosten sind gemeint) und in Summe werden sie durch e-Learning weder produktiver noch erfolgreicher. (Hier ein wirklich typisches Beispiel, so wie es e-Lerner seit fast 20 Jahren ertragen müssen). Bestenfalls  kann e-Learning als Blended-Learning eingesetzt werden, das heißt: Ein Lehrer ist dabei und hilft weiter, wenn wieder mal das Passwort vergessen wurde oder der große „Weiter“-Button rechts unten völlig unauffindbar ist, Frage- und Antwortmöglichkeiten praxisfern sind oder der Lernende sich im Klick-Tunnel verirrt hat.

Tim Schlotfeldt hat den Artikel schon wunderbar und treffend kommentiert und ich wollte mich schon zu zu meinem jährlichen, entrüsteten Blog-Posting zum Thema e-Learning aufraffen, in dem folgendes zu lesen gewesen wäre:

  1. E-Learning funktioniert nur (richtig gut), wenn es in ein konstruktivistisches Lernsetting eingebettet ist. Das heißt: Kein kleinschrittiges Nachhampeln von Vorgehampelten, sondern je nach individueller Interessenslage kreatives und praxisnahes Problemlösen.
  2. Noch besser funktioniert es, wenn es in einen soziokulturellen Kontext eingebettet wird: Gemeinsames Lernen, derzeit über Wikis, Blogs, ein simples Moodle-Forum oder ähnliches. Austausch von Fakten, Zusammenfassungen, Fragen, Unklarheiten, Erfahrungen, Geschichten, Gelernten und Erkenntnissen.
  3. Intrinsische Motivation entsteht durch die Öffentlichkeit im Netz, durch Kooperation und durch Wettbewerb und letztendlich durch den Lerntransfer, das heißt: die konkrete Anwendung in der Berufspraxis.

So ungefähr hätte ich es geschrieben, wenn ich in den letzten Wochen nicht regelmäßig erlebt hätte, dass viele Leute Angst vor Internet und PC haben.

Sie fürchten sich vor Facebook, Twitter und davor, im Netz mit Kreditkarte zu zahlen. Sie haben Angst, ihre E-Mail Adresse weiterzugeben, weil sie sonst mit Spam zugemüllt werden. Sie  wollen ihre Zeit nicht vor dem Bildschirm verbringen, weil sie wenig Kontrolle über das haben, was der PC mit ihrer Zeit anfängt, sobald er nicht so funktioniert, wie er funktioneren sollte. Sie wollen von  sich nichts im Netz preisgeben, weil das Netz nichts vergisst, auch nicht das Intranet. Sie wollen als Lerner nicht gezwungen werden, etwas zu schreiben, dass veröffentlicht und diskutiert wird. Und. So. Weiter.

Gestützt und getrieben werden diese (berechtigten) Ängste teilweise durch die alten Medien (hier zum Beispiel) in Kombination mit der Rechtsunsicherheit im Netz, durch wildgewordene Abmahnanwälte und dem Auseinanderdriften von Realität und Juristerei. Dass Angst Lernen verhindert oder zumindest immens erschwert, ist bekannt.

Für e-Learning in konstruktivistischen Settings braucht es (neben der Rechtssicherheit) aber folgende Lerner:

  • Lerner, die denken, bevor sie posten und die Grundregeln der Rechtschreibung beherrschen.
  • Lerner, die wissen, dass Fehler notwendig sind, um weiterzukommen.
  • Lerner, die mutig und tolerant sind und darauf vertrauen, dass das Internet mehr Chancen als  Gefahren bietet.
  • Lerner, die schon häufig Internet-Plattformen ausprobiert und ein Gefühl für diese entwickelt haben. Die also wissen, wie das Internet tickt.

Wo sind diese zu finden? Na, beispielsweise auf Facebook oder Twitter. Definitiv in Blogs oder Blog-Kommentaren. Haben Sie das Gefühl, dass unsere Kinder schon auf diese Lernsettings vorbereitet werden? Hier eine passende Studie:  Children who blog or facebook have higher literacy levels.

Nachtrag: