Abgabetermine: „Nun ist es zum Greifen nah, das schönste Fest im ganzen Jahr“

Wenn möglich, lasse ich Schülern die freie Wahl: Wann möchten sie eine Wiederholung machen oder bis wann schaffen sie es, eine Hausübung gemacht zu haben. Ist aber der Termin fixiert, dann bin ich (bis auf krankheitsbedingte Gründe) recht stur, was die Einhaltung betrifft. Wird zu spät abgegeben, können nur noch 50 % der Punkte erreicht werden, das ist aber immerhin noch besser, als überhaupt keine Punkte zu erreichen.

Dass manche Termine später im Wirtschaftsleben wichtig sind, ist den Schülern klar. Aber es schadet nie, auch die eine oder andere Kuriosität zum Thema veranschaulichen zu können. So landete der wunderschön gestaltete Hochglanz-Folder von Kraft Foods Österreich in meiner Schulmappe, den ich heute, am 2. Jänner 2007 per Post bekommen habe.

Auszug aus dem Folder bzw. dem beigelegten Brief: „Weihnachtszeit ist Wohlfühlzeit! Weihnachten steht vor der Tür. […] probieren Sie unbedingt unsere köstlichen Weihnachtsrezepte sowie die neue, wundervoll würzige Wintertee-Kreation TASSIMO Twining Chai Latte, die wir nur für kurze Zeit in unserem Online-Shop für Sie bereithalten. […] Nun ist es zum Greifen nah – das schönste Fest im ganzen Jahr.“

Nun ja, kann ja mal passieren. Ja, stimmt. Kann. Mal. Hätte ich nicht Ende Oktober einen wunderschönen Hochglanz-Folder derselben Firma mit tollen Sommer-Rezepten für die Tassimo Maschine erhalten. Wir hatten damals gerade einen verfrühten Wintereinbruch mit Schneefall, Eis und Glätte.

Im Unterricht lässt sich daraus eine kleine Aufgabe basteln, die in einem anschließenden Multiple-Choice-Test so aussehen könnte:

Überlegen Sie, warum Hochglanz-Folder dieser Firma grundsätzlich verspätet beim Kunden eintreffen:

a) Die Mitarbeiter der Hochglanz-Folder-Versandstelle haben vergessen, den Wochenkalender umzublättern.
b) Die Post hatte heimlich gestreikt.
c) Die Altpapiergebühren sind zu hoch, deshalb wird Altpapier ab sofort einfach verschickt.
d) Die Folder kamen nicht verspätet, sondern nur 11 Monate zu früh.

Dass es bei großen Firmen ganz lustig zugeht, merkt man auch an den Werbeaktionen von ebay: Da bekam ich gestern ein Mail, das mir eine „Gratis-Einstellung“ von einem Artikel bis 10. Jänner versprach. Das Kleingedruckte: Wenn ich seit vorigen Oktober nichts reingestellt habe. Das Problem: Habe grade vor vier Tagen was reingestellt. Ich fühle mich auch hier wieder leicht veräppelt und frage mich: Wissen die das denn nicht? Die haben doch eine Datenbank, eine ganz riesige, die heißt… hmm.. „ebay“ oder so ähnlich. Aber ich vermute hier mal ganz frech, dass außerhalb der Kunden-Transaktionen und Kunden-Verrechnungen in der Marketing-Abteilung von ebay eher das kreative Chaos herrscht, so wie in jeder normalen Firma auch.

So, das war der etwas wirre Geburtstags-Blog-Eintrag. Dieses Blog gibt es heute exakt ein Jahr. 125 Beiträge habe ich gepostet, also knapp alle drei Tage. 75 Kommentare habe ich erhalten. Siebzehntausendachthunderteinundneunzig Views wurden gezählt, da sind meine eigenen lt. WordPress nicht dabei, also hatte ich im Schnitt 49 Views pro Tag.

Der Beitrag mit den meisten Views war „Schulgezeter – das kleine Schul-Schimpfwort-ABC“ am 21. November 2007 mit 229 Views, zweitbester war „Tiddly-Wiki zur Stundenplanung„.

Damit schließe ich den Blog. Für heute. Das nächste Posting folgt wie immer, sobald ich mal wieder was lese, höre oder sehe, was für Lehrer wissenswert erscheint. Denn das ist hier die Zielgruppe. Alle diejenigen, die ein seltsames Gefühl im Bauch haben, wenn ihre vierjährige Tochter unschuldig sagt: „Gell Papa, du bist ein Lehrer.“

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