Carl Rogers: 10 Prinzipien des Lernens

(via „Das neue Pädoblog„)

Der Psychologie Carl Rogers, dessen Gedanken beispielsweise von den Beststellerautoren Marshall „Don´t do anything, that isn´t play“ Rosenberg („Kinder mitfühlend unterrichten“) und Thomas Gordon („Familienkonferenz“, „Lehrer-Schüler-Konferenz) vermittelt und weiterentwickelt worden sind, hat 10 Prinzipien des Lernens notiert:

  1. Menschen haben ein natürliches Lernpotential.
  2. Lernen von Bedeutung findet statt, wenn der Schüler glaubt, dass der Lernstoff wichtig für ihn und seine Interessen ist.
  3. Lernen, das eine Veränderung eigenen Anordnung der Selbstwahrnehmung beinhaltet, ist bedrohlich und ruft meistens Widerstand hervor.
  4. Die Lernprozesse, die für das Selbst bedrohlich sind, werden leichter wahrgenommen und aufgenommen, wenn äußere Bedrohungen minimal sind.
  5. Wenn die Bedrohung des Selbst gering ist, kann Erfahrung detailliert stattfinden und der Lernvorgang kann weitergehen.
  6. Viel Lernen von Bedeutung findet durch Handeln statt.
  7. Lernen ist leichter, wenn der Schüler Verantwortung für den Lernprozeß übernimmt.
  8. Selbsttätiges Lernen, das die ganze Persönlichkeit des Lerners – sowohl Gefühle als auch Intellekt – einbezieht, ist am längsten anhaltend und am allumfassendsten.
  9. Unabhängigkeit, Kreativität und Selbstvertrauen sind einfacher, wenn Selbstkritik und Selbsteinschätzung von größerer Wichtigkeit sind als die Bewertung durch andere.
  10. Das gesellschaftlich nützlichste Lernen in der heutigen Welt ist lernen zu lernen, ständig offen zu sein für Erfahrungen und den Veränderungsprozeß in die eigene Persönlichkeit aufzunehmen.

Bei diesen Prinzipien denke ich aber derzeit nicht so an die Schüler, sondern eher an die Lehrer. Das Thema Gesamtschule löst bei vielen Kollegen Angst und Unsicherheit aus. Das deutsche Fernsehen berichtet regelmäßig von Schulen, die eine Reform erfolgreich geschafft haben und deren Lehrer und Schüler nach einigen harten Monaten eine bessere Schule haben. Allerdings wird auch sehr oft gesagt, dass ein bedeutender Teil des Kollegiums die Schule gewechselt hat. Leider trauen sich oft nur jene Schulen radikale Reformen zu, wo es nicht mehr schlimmer kommen kann. Wollen wir darauf warten?

Nein, siehe Punkt 10. Bleiben wir offen, vertrauen wir auf uns selbst, siehe Punkt 9. Eine Schulreform ist eine Chance, Schule zum Besseren zu verändern. Eltern haben Angst, dass ihre Kinder als Versuchskaninchen für die neue Schule missbraucht werden. Das ist ein Gedanke, der durchaus berechtigt ist. Ich glaube aber, dass alle jene Lehrer, die bei Reformen mitmachen, nur das Beste für die Schüler und für sich möchten. Carl Rogers sagte: „Der Mensch ist gut.“ Und er hat Recht.

Schulen die es geschafft haben, eine empfehlenswerte DVD: Reinhard Kahl „Treibhäuser der Zukunft“

2 Gedanken zu “Carl Rogers: 10 Prinzipien des Lernens

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