Europa Quiz Politische Bildung

Heute fand der Landeswettbewerb des Europa-Quiz für Schüler zwischen 14 und 18 Jahren statt. Jedes Jahr sind einige Jugendliche dabei, die eine tolle Allgemeinbildung und ein sagenhaftes Wissen über politische Vorgänge der Gegenwart und der Vergangenheit haben. So würde ich mir meine Kinder wünschen, wenn sie dieses Alter haben.

Die Fragen der Vorschlussrunde und der Finalrunde der Berufsschulen können – zum Üben für das nächste Jahr – hier heruntergeladen werden. Hier sind einige Fragen aus dem Dalli-Klick-Spiel für Berufsschüler.  (Beim Quiz selbst stoppt die Technik, wenn ein Mitspieler eine Taste drückt. Wenn Sie hier mitspielen wollen, dann drücken Sie Pause und raten die Antwort).

Eine Frage aus einem anderen Quizteil ist aufgefallen: „Was feiern wir am Nationalfeiertag, dem 26. Oktober?“ Diese Frage wurde von den zwei Teilnehmern immer mit „Da hat der letzte Soldat Österreich verlassen“ beantwortet. Der Moderator, ZIB1-Sprecher Tarek Leitner, meinte dass das fälschlicherweise noch immer so in den Schulen unterrichtet werden würde. Ich kann nur sagen, ich habe das in Volks- und Hauptschule auch so gelernt. Ich schwöre. Meine Frau auch. Und offensichtlich die heutigen Jugendlichen auch. Wenn wir uns die Seiten für „Kids“ im Forum OÖ Geschichte ansehen, dann steht das auch so ähnlich drinnen:

„Einen Tag nachdem der letzte fremde Soldat Österreich verlassen hatte – am 26. Oktober 1955 – wurde vom Nationalrat das Gesetz über die immerwährende Neutralität beschlossen. „

Woran kann diese Information im Gehirn eines Jugendlichen anknüpfen? An das Bild „Soldat“ oder an das abstrakte Konzept „Neutralität“? Bei mir hat sich der Staatsfeiertag mit dem Bild marschierender Truppen verknüpft. Höchstwahrscheinlich habe ich in der Volksschule auch einen Film dazu gesehen. Deshalb kann ich heute ganz ehrlich sagen: Ich habe das so gelernt. Was nicht heißt, dass es so gelehrt wurde…

Lernregel Nummer 1: Wir können nichts Neues lernen! Wir können nur an Bekanntes anknüpfen.

Also: Richtigerweise feiern wir am 26. Oktober die immerwährende Neutralität. Hätte mich die Frau Lehrerin damals folgendes überlegen lassen: „Warum war Neutralität damals wichtig?“, „Warum heißt das immerwährend?“, „Warum hat das so lange gedauert, bis der Staatsvertrag unterschrieben wurde?“, „Warum brauchen wir überhaupt einen Staatsvertrag?“ usw

… dann hätte das von den marschierenden Truppen abgelekt und in meinem Gehirn wären Verbindungen geschaffen worden für das abstrakte Konzept der Neutralität.

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