Faire Notengebung

Das Lernen wäre so schön, wenn die Noten nicht wären. Auch das Unterrichten wäre schöner. 10 Irrtümer über Noten (die selbstverständlich allen Lehrer/innen und Eltern bekannt sind, ich schreibe sie nur mal gesammelt auf):

  1. Noten verbessern die Lern-Leistung.
  2. Der Schüler hat Kontrolle über seine Noten.
  3. Die Note kann klar getrennt werden, von dem was das Schulsystem, die Klasse, der Lehrer und die Eltern einbringen.
  4. Alle Noten mit identischen Leistungen sind identisch.
  5. Noten stehen in direkter Beziehung zu wichtigen Zielen des Lebens und der Arbeitswelt.
  6. Die Bewertungskriterien sind rational.
  7. Die Noten beurteilen die Gesamtleistung.
  8. Alle Noten sind untereinander in Übereinstimmung.
  9. Jeder, der Noten gibt, handelt objektiv identisch.

(Die Quelle heute ist wieder das Buch von gestern, allerdings handelt diese Kapitel über Mitarbeiterbeurteilungen. Lustig, wenn man das Thema einfach auf Noten umlegt). Am Papier setzt sich die Note aus einer objektiv bewerteten Leistung zusammen. In der Realität besteht die Note meiner Meinung aus vier Komponenten:

a) Fragestellung des Lehrers (schwierig/leicht/im Unterricht intensiv oder weniger intensiv behandelt)

b) Bewertung des Lehrers („streng“ / „milde“ / „genau“ / „i-Tüpferl-geritten“)

c) Notensystem des Lehrers (ausgewogen / exzentrisch / subjektiv / bemüht / persönlichkeitsorientiert)

d) was war die vierte? Ah ja, die Leistung des Schülers (!)

Jedem, der Schüler/innen beURTEILT, sollte bewusst sein: Die meisten Menschen trennen die Botschaft nicht vom Sender. Wie kann der Lehrer da objektiv sein? Ganz einfach: Sei dir immer bewusst, das so eine Trennung schwierig ist. Mehr geht nicht.

Noten

Ein Gedanke zu “Faire Notengebung

  1. Die Grafik da oben ist anscheinend erklärungsbedürftig, deshalb meine Interpretation:

    Freude am Lernen (D) entsteht, wenn es eine Schüler-Leistung in Verbindung mit Unterricht gibt, aber keine Noten. (Schüler leistet was, ohne dass die Rute „schlechte Note“ droht -> das kann also nur durch Freude am Lernen passieren).

    Freude am Lernen (F) entsteht auch, wenn es nur Schüler-Leistung und eine Note gibt, aber keinen Unterricht. Das gibt es zB auf der Fernuni oder in der Autodidaktik.

    In der Schule gibt es Noten, Unterricht und Schüler-Leistung. (Aber auch immer Freude am Lernen?)

    Fällt euch auf, dass das Feld in der Schnittmenge AB nicht beschriftet ist? Das wäre dann Noten für Unterricht. Und die gibt es ja (noch) nicht.

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