Shakespeare oder Ölwechsel?

Im Buch „Die Bildungslüge“ bin ich auf eine nette Passage gestoßen:

Erinnern Sie sich an den Automechaniker Zlatko Trpkovski aus er ersten Staffel von Big Brother? Und erinnern Sie sich an seinen Spitznamen „Zlatko, the Brain“? Zu dem kam er, als er zugab, Shakespeare nicht zu kennen und noch nie ein Buch gelesen zu haben.
Ein gefundenes Fressen für die Kulturhyänen und Bildungsheuchler der Feuilletons, die sich nun zeilenträchtig darüber ausließen, auf welch niedrigem Niveau sie sich zu entrüsten hätten. Das Urteil lautete: „Wer den Namen Shakespeare nicht kennt, darf als Idiot niedergeschrieben werden.“

Hmmm. Wer von diesen Schreibern liefert seinen Wagen beim geringsten Geräusch in der Autowerkstatt ab, weiß nicht, wozu ein Vergaser gut ist, kann keinen Ölwechsel durchführen bzw. weiß nicht die Bezeichnungen der Teile von Getriebe und Motor, wenn er sie sieht? Viele? Denke ich auch. Aber sie fühlen sich großartig, einen Mann zu verspotten, auf den sie im täglichen Leben angewiesen sind, und der seltsamerweise einen ganz zufriedenen Eindruck macht, obwohl er Shakespeare nicht kennt.

Wie ist aber das „richtige“ Verhältnis von Allgemeinbildung und praktischer Lebenserfahrung in der Realität? Zwei zu Eins? Eins zu Zwei? Eins zu Zehn? Und wie sollte es sein?

Buchtipp: Die Bildungslüge. Warum wir weniger wissen und mehr verstehen müssen

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