Standard Tests an Österreichs Schulen?

Sollten sich unsere Politiker entgegen aller Widerstände von Wählern einmal durchringen, doch noch eine echte Bildungsreform zustande zu bringen, dann … ja, dann.. steht sicher das Thema: Standardisierung von Bildung am Tableau.

Ja, und dann prüft man, und damit meine ich Lehrer und Lehrerinnen, einfach mittels eines Standard-Multiple-Choice-Tests unsere Schüler zu bestimmten Zeiten. Alle denselben Test, österreichweit, alle haben dieselbe Zeit zur Verfügung. Der Test wird eingescannt und in einer Gesamtdatenbank gespeichert. Die Auswertungen dazu könnten folgendes aussagen:

a) Wie entwickelt sich der Schüler?
b) Wo ist eine gute Schule und wo eine schlechte?
c) Wo sind die guten Klassen und wo die schlechten?
d) Wo sind die guten Lehrer und wo die schlechten?
e) … und so weiter …

So gemacht in den USA, verbunden mit Anreiz-Systemen wie: Belohnung für besonders gute Schulen und Lehrer, Schließung von besonders schlechten Schulen, Rauswurf von besonders schlechten Lehrern.

Die Erfahrung dieses Modells beschreiben Steven D. Levitt und Stephen J. Dubner im Buch „Freakonomics. Überraschende Antworten auf alltägliche Lebensfragen“ so:Knapp 35 % der Lehrer in North Carolina sagten bei einer Befragung aus, sie hätten Kollegen, die diese Tests abhielten, bei irgendeiner Art von Pfusch beobachtet, dass sie den Schülern zusätzliche Zeit gaben, Antworten vorsagten oder die Testbögen nachträglich manipulierten. Die betrügenden Lehrer waren meist jünger und weniger qualifiziert als der Durchschnitt. Eine Analyse der Gesamtdaten einer Schule in Chicago ergab, dass Lehrer in mehr als 200 Klassen por Jahr auf diese Weise betrügen, das sind ungefähr 5 %, die bewiesen werden konnten.
Heißt dass man 30 % der betrügenden Lehrer nicht auf die Schliche gekommen ist? Nein, eher nicht. Da vergleichen wir ja North Carolina mit Chicago. Aber mehr als 5 % dürften es doch sein, die diese Tests manipulieren.

Was lernen wir daraus? (Darum sollte es ja eigentlich hier gehen). Zwei Dinge:

Menschen werden durch Anreize gesteuert, diese können ökonomisch, sozial und moralisch sein. Betrügen Lehrer bei diesen Tests, werden sie durch zumindest zwei Anreize dazu getrieben: Ökonomisch – keine Beförderungen, sofern es die ja überhaupt bei Lehrern gibt und sozial – „der ist ein schlechter Lehrer“.

Soweit so gut. Gibt es ein Instrument, Lehrerarbeit objektiv und fair zu bewerten ohne gleichzeitg Anreize zu schaffen, diese Bewertungen zu manipulieren?

2 Gedanken zu “Standard Tests an Österreichs Schulen?

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